Franziska Maderthaner

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Franziska Maderthaner, Disco, Öl und Acryl auf Leinen, 140 x 180 cm, 2020

Zum Werk

In ihren Gemälden verwebt Franziska Maderthaner Gegenständliches und abstrakt Expressionistisches. Aus ihren Farbschüttungen und radikalen Malgesten entwinden sich Körper, Stillleben und Objekte oder Szenen der Alltagskultur. Abstraktion und Gegenständlichkeit schließen sich in ihrer Kunst nicht aus, sondern ergänzen und stützen einander in vielfältigster Weise. Oft und gern verwendet sie dabei Zitate aus der Malereigeschichte. Andere ihrer Arbeiten stellen nur vermeintlich Kunsthistorisches dar, sind aber „Reenactments“, lebende historische Rollenspiele von heute. Auch Caravaggio, Tiepolo oder niederländische Barockmaler-Zitate werden mit aktuellen Bildwelten durchmischt und wachsen aus den amorphen Farbwelten.

Für die Ausstellung ‚Country Punk‘ in der Galerie Trapp zeigt Maderthaner Bilder, die in den 2 Jahren der Pandemie in ihrem Atelier im Waldviertel entstanden sind. Die erzwungene Eremitage haben sie den Blick auf ihr allernächstes Umfeld werfen lassen. Blumen, Holzscheite, Schafe, Wölfe und im Netz recherchierte amerikanische Autofriedhöfe, die von der Natur überwuchert werden. Aus den breiten Pinselstrichen ihrer abstrakten Schüttungen entwickelt sie ihre ‚Überraschungen‘, die dann z.B. in die feinen Faserungen eines Holzscheits oder der Struktur einer blühenden Tulpe führen und tanzende, schwebende Kompositionen bilden. In diese Richtung weisen auch die Bildtitel – ‚Disco‘ oder ‚Space Invaders‘. Das Auto, Synonym von Fortbewegung und Freiheit, wurde in den Pandemiezeiten metaphorisch ‚begraben‘. Auf Autofriedhöfen am Land finden diese emotional aufgeladenen Gegenstände ihre Beisetzung. Dass sich die Natur im Laufe der Zeit ihren Raum zurückerobert, liefert poetische wie zivilisationskritische Bilder. Die Natur und ihre wuchernde Wildheit, das Tiersein in unberechenbarer Umgebung, das ist Country Punk.

Biographie

1962 geboren in Wien
1980 bis 1985 Studium an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien bei Herbert Tasquil (Kunstpädagogik) und Oswald Oberhuber (Grafik)
1983 bis 1984 Assistentin von Martin Kippenberger
seit 1984 Ausstellungstätigkeit
1985 bis 1987 Mitarbeiterin FALTER und PARNASS
1987 bis 1999 Assistentin für Malerei und Grafik an der Hochschule für angewandte Kunst, Organisation und Konzeption diverser Ausstellungen
1991 Gründung von ART WORK (Agentur für angewandte Malerei)
seit 2000 ao. Professorin für Malerei und Grafik an der Universität für angewandte Kunst in Wien
2004 bis 2006 Vorsitzende der IG Bildende Kunst/Österreich
Die Künstlerin lebt und arbeitet in Wien und im Waldviertel.

Franziska Maderthaner, Funnytas, Öl und Acryl auf Leinen, 200 x 160 cm, 2020