Margo Gabryszewska

Margo Gabryszewska, Ohne Titel (14), 2015

Biographie

1969 geboren in Wałcz, Polen
1986 Kunstoberschule Koszalin, Polen (Fachbereich „Fotografie und Zeichnung“)
1990 Akademie der bildenden Künste Breslau, Polen (Grafik und Malerei)
1990 bis 1994 Mitgründerin und Mitglied der Kunstgruppe CAS (Corporation Art School), Bochnia, Polen
2000 bis 2005 Akademie der bildenden Künste Wien bei Prof. Monica Bonvicini (Klasse Performative Bildhauerei)
seit 1990 zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland

Zum Werk

Seit 2010 schafft Margo Gabryszewska ihre Bilder hauptsächlich auf Wasser. Für ihre Wassermonotypien bearbeitet die Künstlerin Harz Lack Pigmente auf einer Wasseroberfläche und zieht diese anschließend mit einem Blatt Papier vom Wasser ab. Die abgezogenen Pigmentpartikel sowie hautdünne Lackschichten setzen sich auf dem Papier ab und werden in ihrer vorgegebenen Form festgehalten. Die spontan anmutenden Muster sind präzise konzipiert und das Formen mittels Lösemittel, Stäbchen, Luft und natürlichen Wellenbewegungen verlangt höchste Konzentration. Im gesamten kreativen Prozess versucht die Künstlerin, in den Erinnerungen des Wassers zu verweilen und Veränderungen des Mediums unter dem Einfluss der Umwelt und der direkten Umgebung aufzuzeigen.

Margo Gabryszewska, Ohne Titel (17), Wassermonotypie, 2015
Oxymoron

In der Serie Oxymoron ergänzt die Künstlerin Bruchstücke, die Mikroorganismen ähneln, um grafische Elemente. Die ausgedachte Umgebung dieser Werke basiert auf einfachen Vektorlinien. Es entstehen kleine metaphysische Welten auf Papier. Grafische und organischen Formen treffen aufeinander und erzeugen eine verfestigte Darstellung von symbiotisch existierendem Mikro- und Makrokosmos.

Margo Gabryszewska, Oxymoron 3, 2018
Oxymora

Als Erweiterung von Oxymoron basiert die Serie Oxymora auf den verblichenen Seiten eines zerstörten Buches, die nach Farbe und wenigstens partieller Wiederherstellung ihres früheren Glanzes verlangen. Mithilfe von Farbstiften und Collagen entstehen neue Bilder – die Schwarz-Weiß-Reproduktionen alter Meisterwerke erhalten ein zweites Leben. Zeit und Raum, Nähe und Entfernung, Altes und Verwandtes, Vorstellung und Manipulation treffen aufeinander. Sie verbinden sich auf einer gemeinsamen Fläche zu einem neuen Bild der aktuellen Wirklichkeit. Kunst aus Kunst – entstanden in freier Installation von Bild und Gedankenverbindungen.

Die Collagen von Margo Gabryszewska entstehen aus Magazinausschnitten und werden mit Papierelementen früherer Lackbilder ergänzt. Zum Einsatz kommen sowohl Bild- als auch Textelemente, die in ihrer Gesamtheit einen Augenblick und die dazu gehörenden Gedanken einfangen.

Margo Gabryszewska, Danke…, Collage, 29,5 x 41,5 cm, 2019 (Detail)